Muldenlüfter oder Dunstabzugshaube? Vor- und Nachteile im Vergleich

Brauche ich über der Kochinsel noch eine Haube?

Wer eine Kochinsel plant, stellt sich diese Frage früher oder später. Die kurze Antwort: nicht zwingend. Seit es Kochfelder mit eingebautem Abzug gibt, kann der Raum über dem Kochfeld frei bleiben. Ob Muldenlüfter oder Dunstabzugshaube die bessere Wahl ist, hängt vor allem davon ab, wo das Kochfeld steht und wie Sie kochen.

Berbel Kochfeld mit integriertem Dunstabzug und sichtbarem Luftstrom über moderner Kücheninsel

Die Physik spricht erst mal für die Haube

Heißer Dampf steigt nach oben. Eine Haube muss ihn nur dort abholen, wo er ohnehin hinwill. Ein Muldenlüfter dagegen zieht den Dampf zur Seite und nach unten, also gegen seine natürliche Richtung. Dass das trotzdem gut funktioniert, liegt an der hohen Ansauggeschwindigkeit direkt an der Kochfläche: Der Dunst wird erfasst, bevor er überhaupt aufsteigen kann.

Solange Sie mit Pfanne oder normalem Topf kochen, merken Sie davon keinen Unterschied. Spannend wird es erst, wenn sehr viel Dampf auf einmal entsteht.

Wo der Muldenlüfter an seine Grenzen kommt

Fünf Liter Nudelwasser im hohen Topf sind der klassische Härtetest. Der Dampf steigt über den Topfrand, und ein Teil davon entwischt der Absaugung. Mit Deckel ist das Problem weitgehend erledigt. Wer aber gern große Mengen einkocht oder regelmäßig den Spargeltopf aufsetzt, sollte das vorher wissen.

Platz kostet der Muldenlüfter im Unterschrank. Motor und Luftkanal sitzen dort, die Schublade unter dem Kochfeld fällt deshalb flacher oder kürzer aus. Die Hersteller haben hier nachgebessert, kompakte Modelle wie das BORA S Pure lassen deutlich mehr Stauraum übrig als frühere Generationen. Ganz ohne Verlust geht es trotzdem nicht.

Dafür bleibt über der Insel alles frei, auch der Blick in den Wohnraum.

BORA M Pure Kochfeldabzug saugt Dampf von zwei Töpfen direkt nach unten ab
Berbel Inselhaube über moderner Kochinsel in heller, minimalistisch gestalteter Küche

Hauben gibt es längst auch kopffrei und deckenbündig

Wer bei Dunstabzugshaube an den Edelstahlkasten aus den Neunzigern denkt, sollte sich aktuelle Modelle ansehen. Kopffreihauben haben eine schräge Front, unter der man sich auch mit 1,90 Metern ohne Verrenkung über den Topf beugen kann. Deckenlüfter sind fast vollständig in die Decke eingelassen, und an der Wand verschwindet eine Flachschirmhaube im Hängeschrank, bis man sie herauszieht.

Steht das Kochfeld an der Wand, spricht aus unserer Sicht wenig für einen Muldenlüfter. Die Haube stört dort niemanden, und Sie behalten den vollen Stauraum im Unterschrank.

Bei Deckenlüftern über einer Insel sollten Sie dagegen genau hinschauen. Bei 2,50 Meter Raumhöhe liegen zwischen Kochfeld und Decke gut anderthalb Meter. Diesen Weg muss der Lüfter überbrücken, und das gelingt nur mit ausreichend Leistung.

Zwei Dinge, die bei der Planung gern untergehen

BORA S Pure Kochfeld mit Spiegelei und Gemüsepfanne, darunter Schublade mit viel Stauraum
Wohin die Luft beim Muldenlüfter geht

Bei Umluft muss die gereinigte Luft irgendwo wieder heraus, meist über eine Öffnung in der Sockelblende. Wird sie vergessen oder zu klein geplant, arbeitet der Lüfter gegen einen Widerstand. Er wird lauter und saugt schwächer.

Der Muldenlüfter gehört deshalb an den Anfang der Planung und nicht ans Ende, wenn Schränke und Sockel schon feststehen. In eine bestehende Küche lässt er sich zwar nachrüsten, günstig ist das aber selten.

Berbel Dunstabzugshaube über heller Kochinsel in moderner, offener Küche mit Spüle und Arbeitsfläche
Wie viel Putzarbeit anfällt

Fettfilter landen bei beiden Systemen regelmäßig in der Spülmaschine. Der Muldenlüfter hat zusätzlich eine Auffangschale für übergekochte Flüssigkeit, die man ab und zu leert. Bei der Haube kommt die Außenfläche dazu, auf der sich mit der Zeit ein Fettfilm absetzt.

Eine Ausnahme sind die Hauben von berbel. Sie kommen ohne Fettfilter aus und trennen Fett und Feuchtigkeit per Fliehkraft ab. Übrig bleibt eine Auffangschale, die Sie herausnehmen und auswaschen.

Abluft oder Umluft?

Wenn Ihr Haus es zulässt, ist Abluft die wirksamere Lösung. Die Luft geht durch einen Kanal nach draußen und nimmt die Feuchtigkeit mit. Das gilt für Haube und Muldenlüfter gleichermaßen: Je kürzer der Kanal und je weniger Bögen, desto besser. Kanal- und Mauerkastensysteme dafür liefert zum Beispiel Naber.

Einen Haken hat Abluft. Steht im selben Wohnbereich ein Kaminofen, der seine Verbrennungsluft aus dem Raum zieht, braucht es in der Regel eine Sicherheitsschaltung wie einen Fensterkontaktschalter. Klären Sie das mit Ihrem Schornsteinfeger, bevor die Küche bestellt ist.

In vielen Neubauten und Mietwohnungen bleibt nur Umluft. Das funktioniert heute ordentlich, die Aktivkohle- oder Plasmafilter müssen aber nach Herstellerangabe gewechselt oder regeneriert werden. Die Feuchtigkeit bleibt im Raum, nach dem Kochen also einmal kurz lüften.

Und was nehmen Sie jetzt?

Als Faustregel: Kochinsel und offener Wohnraum sprechen für den Muldenlüfter, ein Kochfeld an der Wand spricht für die Haube. Dazwischen entscheiden Ihre Kochgewohnheiten.

Wer oft mit großen Töpfen arbeitet, ist mit einer Haube besser bedient, auch über der Insel. Wer vor allem brät, dünstet und den Deckel ohnehin auflegt, wird beim Muldenlüfter kaum etwas vermissen. Und wenn Sie eine bestehende Küche nur modernisieren, ist der Tausch der Haube fast immer der einfachere Weg.

Welche Marke was im Programm hat

BORA ist der Spezialist unter den Herstellern und baut ausschließlich Kochfeldabzüge, Hauben gibt es dort nicht. Miele, Siemens und Neff haben beides im Programm. Bei Miele heißen die Kochfelder mit Abzug TwoInOne, bei Siemens inductionAir Plus. Auch Bosch, AEG und Gaggenau bieten Kochfelder mit integriertem Abzug an, Gaggenau zusätzlich einen separaten Tischlüfter, der neben dem Kochfeld sitzt.

Von berbel führen wir neben den Hauben auch die Downline-Serie mit Kochfeldabzug. Gaggenau und Miele decken das obere Preissegment ab, Bosch, Siemens, Neff und AEG haben Wand-, Insel- und Flachschirmhauben in fast jeder Größe.

Alle diese Marken führen wir, und in jedem unserer sechs Studios finden Sie Muldenlüfter wie Hauben.

Häufig gestellte Fragen

Ist ein Muldenlüfter lauter als eine Haube?
Pauschal nicht. Entscheidend ist der Dezibelwert bei der Stufe, die Sie im Alltag tatsächlich nutzen. Die Angabe für die Höchststufe hilft wenig, die läuft ohnehin selten länger als ein paar Minuten.
Ja. Der Filter sitzt dann im Sockel oder im Unterschrank, die Luft tritt über die Sockelblende wieder aus.
Machbar, aber aufwendig, weil Unterschrank, Arbeitsplatte und Sockel angepasst werden müssen. Das lohnt sich meist nur, wenn ohnehin größere Umbauten anstehen.

Entweder eine Inselhaube, die von der Decke hängt, oder ein Deckenlüfter, der bündig in der Decke sitzt. Der Deckenlüfter ist optisch die ruhigere Lösung, braucht wegen des großen Abstands aber mehr Leistung. Mehr zur Planung von Inseln lesen Sie auf unserer Seite Inselküchen.

Fettfilter etwa einmal im Monat in die Spülmaschine, wer viel brät, eher öfter. Umluftfilter halten je nach Modell einige Monate bis mehrere Jahre. Viele Geräte zeigen selbst an, wann ein Wechsel fällig ist.

Am besten selbst ausprobieren

Wie laut ein Lüfter wirklich ist und wie viel Platz in der Schublade bleibt, merkt man am Gerät selbst schneller als im Datenblatt. In unseren Studios in Frankfurt/Bad Vilbel, Aschaffenburg, Büdingen, Gießen, Darmstadt/Weiterstadt und Viernheim finden Sie beides. Bringen Sie den Grundriss Ihrer Küche mit, dann klären wir auch gleich, ob bei Ihnen Abluft möglich ist.

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